Messingschrott richtig sortieren – Eine Schritt-für-Schritt-Anleitung
Kategorie: Ratgeber Schlagwörter: Sortieren, Messingschrott, Anleitung, Qualität, Reinheit
Wer sein Messing sortiert abliefert, bekommt mehr dafür – so einfach ist das. Der Händler spart sich die Trennarbeit, und das schlägt sich im Preis nieder. Was dabei zu beachten ist, steht in dieser Anleitung.
Warum Sortierung den Preis beeinflusst
Messingschrott wird nicht nach Gewicht allein bezahlt. Die Legierung, der Reinheitsgrad und die Vorbereitung des Materials sind entscheidend. Sortierter Schrott ohne Fremdmetalle oder Verunreinigungen erreicht einen deutlich höheren Kilopreis als gemischte Lieferungen.
Schritt 1: Material identifizieren
Prüfen Sie zunächst, um welche Art von Messing es sich handelt. Die gängigsten Sorten sind: • MS58 (CW617N / CW614N): Das am häufigsten vorkommende Messing. Es wird für Armaturen, Beschläge und Pressprodukte verwendet. • Rotguss: Eine Kupfer-Zinn-Legierung, die oft mit Messing verwechselt wird. Rotguss ist dichter und hat einen rötlicheren Farbton. • Sondermessing: Spezielle Legierungen mit Blei, Aluminium oder Silizium für technische Anwendungen.
Schritt 2: Nach Sorte trennen
Nutzen Sie separate Behälter oder Bereiche, um verschiedene Messingarten getrennt zu lagern. Selbst kleine Mengen Rotguss, die im Messing landen, können die Bewertung beeinflussen. Eine saubere Trennung zahlt sich aus.
Schritt 3: Fremdmetalle entfernen
Eisen, Stahl, Aluminium und Edelstahl müssen vollständig getrennt werden. Ein einfacher Magnettest hilft dabei, eisenhaltige Materialien zu erkennen. Entfernen Sie auch Schrauben, Nieten und andere Befestigungselemente aus anderen Metallen.
Schritt 4: Verunreinigungen beseitigen
Kunststoff, Gummi, Holz, Papier und Dichtungen müssen entfernt werden. Selbst geringe Mengen an Fremdstoffen senken den Wert des gesamten Materials. Öl- und Fettreste sind dagegen oft tolerierbar, solange das Material nicht nass ist.
Schritt 5: Nach Größe und Form sortieren
Stückiges Material wird anders bewertet als Späne. Bei stückigem Messing unterscheidet man zwischen sauberen Abschnitten, Profilen, Rohren und Armaturen. Späne sollten trocken und möglichst ölfrei sein.
Häufige Fehler bei der Sortierung
Ein häufiger Fehler ist das Zusammenwerfen von verschiedenen Messingarten. Auch das Belassen von Beschichtungen oder Farben kann problematisch sein, wenn dadurch die Legierungsbestimmung erschwert wird. Ein weiterer Fehler ist das Mischen von nassen und trockenen Spänen.
Vor dem Verkauf
Wenn Sie wissen, woher das Material stammt und um welche Legierung es sich handelt, stehen Sie bei der Preisverhandlung besser da. Ein paar Notizen zur Herkunft schaden nie.
Häufige Fragen
Brauche ich eine Waage? — Für größere Mengen lohnt sich eine eigene Waage. Kleinere Mengen werden üblicherweise beim Händler gewogen.
Kann ich Messing mit Rotguss mischen? — Nein, das wird vom Händler als minderwertig bewertet und kann zu Preisabschlägen führen.
Was passiert mit öligen Spänen? — Trockene Späne sind wertvoller. Ölige Späne müssen möglicherweise aufbereitet werden, was Kosten verursacht.
Stand: September 2026. Hinweis: Die veröffentlichten Werte sind unverbindliche Markt-Richtpreise. Der tatsächliche Preis hängt von Legierung, Reinheit, Menge, Standort und aktueller Marktlage ab.